Besinnliches zur Gedenkfeier im Wohld
Oft fahre ich dort vorbei, und jedes Mal muss ich dann an Victor Malbecq denken, den ich schon seit fast 20 Jahren kenne. Er lässt es sich nicht nehmen, alljährlich mit einer Gruppe aus Belgien anzureisen, um an der Gedenkfeier für die Opfer des KZ-Außenlagers teilzunehmen.
Er selbst war hier in der Zeit von September 1944 bis April 1945 hier inhaftiert. In diesem Jahr jedoch ließ sein gesundheitlicher Zustand die Reise nicht zu.
Herr Malbecq ist für mich ein Botschafter der Vergangenheit. Er appelliert an uns, auf einander zuzugehen und miteinander im Dialog einen Weg gemeinsam zu beschreiten. Denn darin besteht unsere Chance, Freundschaften entstehen zu lassen, die in Anbetracht des Erlebten eigentlich unmöglich zu sein scheinen.
Von Jahr zu Jahr versammeln sich immer mehr Menschen an der Gedenkstätte im Wohld, die mit ihrer Anwesenheit und Anteilnahme dokumentieren, wie wichtig es ist, wieder und wieder daran zu erinnern, dass an diesem Ort Menschen im Dritten Reich unsägliches Unrecht und Gräueltaten erfahren mussten.
Dies darf nie wieder geschehen.
Doch immer wieder müssen wir auf dieser Gedenkfeier von neuen Verbrechen wider der Menschlichkeit berichten, wie zum Beispiel im Süd-Sudan und in Syrien, in denen Familien ihre Heimat verlassen müssen, weil sie dort ihres Lebens nicht mehr sicher sind.
Ich finde die neu gestaltete Gedenkstätte ist ein würdiger Ort, sich mit der leidvollen Vergangenheit auseinanderzusetzen und Mut zu schöpfen, sich kraftvoll für eine bessere Zukunft einzusetzen.
Christiane Florek