Einstimmig entschied der Rat der Gemeinde Cremlingen im Juni 2013, den Umbau des derzeitigen B-Platzes des TuS Cremlingen in einen Kunstrasenplatz zu prüfen, der durch eine leicht umzusetzende kleine Erweiterung sogar wettkampfgeeignet wäre.
Mit sechs Ja-Stimmen und nur einer Gegenstimme empfahl im Oktober 2013 der von Christiane Florek geleitete Jugend-, Sport-, Sozial- und Kulturausschuss, dem Antrag des TuS Cremlingen auf Bewilligung einer Gemeindezuwendung für die Erstellung eines Kunstrasenplatzes zu entsprechen. Andere Sportvereine der Ortschaften der Gemeinde Cremlingen sollten den Platz gegen Entgelt nach Absprache nutzen dürfen.
Christiane Florek (links) beim Lokaltermin in Wolfenbüttel. Daneben Michael Pülm, TuS-Jugendabteilungsleiter Winfried Reimann, Reinhardt Niemann und Günter Eichenlaub.Am Montag, 24. Februar 2014, besuchte eine kleine Delegation, bestehend aus Vertretern des TuS Cremlingen, Ratsmitgliedern, Bürgervertretern sowie Mitgliedern der Gemeindeverwaltung, den Kunstrasen-B-Platz des BV Germania Wolfenbüttel.
Vertreter des Vereins Germania sowie der Stadt Wolfenbüttel berichteten von ihren Erfahrungen mit der drei Jahre alten Anlage. Mit ihr sei ein ganzjähriger Betrieb möglich, nur bei tiefem Schnee und Frost gebe es Einschränkungen. Vor wichtigen Spielen sei allerdings zur Staubverhinderung und bei Außentemperaturen über 30 Grad zur Abkühlung eine Bewässerung nötig.
Die verwendeten Materialien haben eine deutlich längere Lebensdauer als noch vor wenigen Jahren. Moderne Kunsthalme seien resistenter gegen UV-Strahlung. Allerdings bedürfe es einer regelmäßigen, qualifizierten Pflege. So sei etwa alle ein bis zwei Wochen ein Bürsten, Striegeln und Glattstreichen des Granulats, alle sechs Wochen eine Reinigung nötig. Auch sei von einer Nachgranulierung von 800 bis 1000 kg pro Jahr auszugehen.
Dennoch sprächen die rund halb so hohen laufenden Pflegekosten im Verhältnis zu denen für einen vergleichbaren Sportrasenplatz eine klare Sprache.
Ausschussvorsitzende Christiane Florek: „Wenn ein Kunstrasenplatz 160 Tage mehr im Jahr genutzt werden kann als ein normaler, und wenn über dies ein Wettkampfbetrieb auf einem Kunstrasen-B-Platz möglich ist, während sich der A-Platz von zu harten Antritten oder der Nutzung bei schlechtem Wetter erholen kann, dann kann man die im Oktober formulierte Empfehlung nur bekräftigen.“
TuS-Vorsitzender Werner Kuhn überraschte die Gruppe mit der am selben Tag erfolgten Zusage des Landessportbundes zur Übernahme von immerhin 80% der erbetenen Mittel.
Christiane Florek: „Der Landkreis Wolfenbüttel muss schnellstens den im September 2013 beantragten Zuschuss bewilligen, um die Finanzierung, an der die Gemeinde Cremlingen aktuell mit rund 45 % beteiligt wäre, abzusichern.“